Igel gefunden, was nun ??

1. Erstversorgung
Als erstes muss der Igel gewogen werden. Das Gewicht entscheidet, ob der Igel im Freien überwintern kann, oder im Haus aufgepäppelt werden muss. Das Tier muss mindestens 400g wiegen; wenn es soweit
gesund und munter ist, sollte es nicht mit ins Haus genommen werden, sondern ein geeigneter Platz im Garten ausgesucht werden.
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Weiterhin muss der Igel nach Wunden untersucht werden. Sollte das Tier kleinere Kratzer haben, können Sie diese mit einem Wundspray oder einer Wundsalbe behandeln.
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Jeder Igel hat Parasiten. Meist sind es Zecken, Flöhe und Würmer. Geeignete Präparate für die Bekämpfung dieser unwillkommenen Mitbewohner bekommen Sie in Ihrer Tierarztpraxis.
2. Unterbringung
Kann der Igel in Ihrem Garten überwintern, so braucht er eine geschützte Ecke, in welcher er auch vor Hunden und Katzen sicher ist. In dieser Ecke muss ein Reisighaufen errichtet werden , welcher mit
Blättern und Stroh dicht ausgestopft sein muss. Das Tier baut sich dort selbständig ein Nest, in welchem es vor Regen und Kälte geschützt ist. Der Igel sollte in dieser Ecke auch gefüttert werden,
damit er sich schneller einlebt.
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Wiegt das Tier keine 400g oder ist durch eine Verletzung geschwächt, muss es im Haus gepflegt werden. Sie brauchen dazu einen Schuhkarton, in welchen Sie ein Schlupfloch schneiden. Der Karton sollte mit zerknülltem Zeitungspapier relativ dicht gefüllt werden. Ist das Igelbaby noch sehr klein, kann eine Wärmeflasche mit in den Karton verbracht werden. Ein Bereich im Karton muss dann jedoch kühler sein, da das Igelbaby sonst an einem Hitzestau sterben kann.
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Weiterhin benötigt der Igel in der Wohnung 16-18°C, ca. 2 Quadratmeter Freiraum und natürliches Tageslicht.
3. Fütterung
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Igel bis zur 4. Lebenswoche benötigen Welpenmilch, welche mit ungesüßtem Fencheltee verdünnt wird. Dazu sollte man Vitamin B geben. Nach dem Füttern mit der Milchflasche muss der Bauch massiert werden, damit der kleine Igel Kot und Harn absetzen kann.
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Ältere Tiere bekommen Wasser, Katzendosenfutter, gekochte Eier, Mehlwürmer, Banane. Kalk in Form von zerdrückten Eierschalen muss dazugefüttert werden. Insgesamt sollte ein Igel maximal 2 Esslöffel Futter pro Tag erhalten.
4. Aufzuchtprobleme
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Blähbauch: Die Futtermenge war zu hoch angesetzt und das Tier hat Probleme mit dem Kotabsatz. Wichtig ist, dass der Bauch massiert wird und das Tier bis zum Kotabsatz nur ungesüßten Fencheltee bekommt.
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Lähmungen: Kein zusätzliches Vitamin B im Futter! Abhilfe kann ganz einfach durch Zufüttern dieser Vitamingruppe geschaffen werden. Lähmungen zeigen sich auch, wenn das Tier zu wenig Auslauf hat.
5. Krankheiten
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Durchfall: Meist Anzeichen für Wurmbefall. Sie müssten sich eine Wurmkur bei Ihrem Tierarzt holen.
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Niesen und Speicheln: Der Igel hat eine Infektion und sollte mit Antibiotikum versorgt werden.
6. Altersbestimmung
1. Lebenswoche: weiße Stacheln, Augen und Ohren geschlossen, wiegt 30-50g
2. Lebenswoche: graue Stacheln, Augen und Ohren offen, wiegt 60-80g
3. Lebenswoche: Zähne sichtbar, wiegt 100-130g
4. Lebenswoche: alle Zähne vorhanden, wiegt 140-180g
7. Wissenswertes
~ Lebenserwartung ca. 4 Jahre
~ Geschlechtsreife mit 2 Jahren
~ Trächtigkeitsdauer ca. 35 Tage
~ Säugezeit 4-6 Wochen
~ Wurfgröße 2-6 Jungtiere
~ Ausgeprägter Geruchs- und Gehörsinn, mäßiges Sehvermögen im hellen Licht